Wie IKEA und andere Marken KI-Bilder im Marketing einsetzen
IKEA und andere internationale Marken experimentieren bereits mit KI-generierten Wohnwelten und Visualisierungen. Für Unternehmen mit realen Produkten, Materialien und Projekten bleibt professionelle Fotografie trotzdem die stärkere Grundlage für glaubwürdiges Marketing.


KI-generierte Bilder sind inzwischen auch bei grossen Marken aus Wohnen und Einrichtung angekommen. Sie werden für Zukunftsszenarien, Inspiration, Kampagnenvarianten und digitale Raumvisualisierungen eingesetzt.
Das macht die Entwicklung für Möbelhersteller, Küchenanbieter, Innenausbauer und andere Unternehmen rund um Wohnen und Renovation interessant. Gleichzeitig ist wichtig, genau hinzusehen. Ein KI-Bild kann eine Idee schnell sichtbar machen. Es kann jedoch keine reale Materialität, Verarbeitung oder tatsächlich umgesetzte Referenz beweisen.
Dieser Beitrag zeigt, wie IKEA und andere grosse Marken KI-Bilder bereits einsetzen und weshalb professionelle Fotografie für die eigene Markenkommunikation weiterhin besonders wertvoll bleibt.
Warum experimentieren grosse Marken mit KI-Bildern?
Internationale Marken produzieren enorme Mengen an Bildmaterial. Ein Produkt erscheint auf der Website, im Onlineshop, in Social Media, in Kampagnen, Newslettern und häufig in mehreren Ländern gleichzeitig.
Generative KI ist für solche Unternehmen deshalb vor allem aus einem Grund interessant. Sie kann zusätzliche Bildvarianten schneller erzeugen. Saisonale Dekorationen, unterschiedliche Wohnstile oder frühe Konzeptideen müssen nicht für jede Version vollständig neu fotografiert werden.
Das ist vor allem bei Inspiration und Ideenfindung hilfreich. Es ist jedoch etwas anderes als die Darstellung eines realen Produktes. Sobald Kundinnen und Kunden wissen möchten, wie eine Oberfläche tatsächlich aussieht, welche Farbe ein Material besitzt oder wie sauber ein Detail verarbeitet wurde, gewinnt echte Fotografie deutlich an Bedeutung.
Für Unternehmen mit eigenen Produkten oder realisierten Projekten ist genau das ein wichtiger Vorteil. Sie können etwas zeigen, das wirklich existiert und das kein Mitbewerber identisch reproduzieren kann.
Wie setzt IKEA KI-generierte Bilder ein?
IKEA nutzt generative KI unter anderem für visuelle Zukunftsszenarien. Für den Life at Home Report wurden KI-generierte Bilder eingesetzt, um mögliche Wohnsituationen der Zukunft darzustellen.
Für solche Anwendungen ist die Technologie naheliegend. Ein Szenario für das Wohnen im Jahr 2030 kann nicht einfach fotografiert werden, wenn die dargestellte Situation noch gar nicht existiert. KI dient hier als Werkzeug für Konzept, Storytelling und Zukunftsvisualisierung.
IKEA hat zudem beschrieben, wie bestehende Marketingmotive mit generativer KI an neue Kampagnen angepasst werden können. Ein vorhandenes Bild lässt sich beispielsweise um saisonale Elemente ergänzen, ohne dass für jede Variante ein vollständiges neues Shooting notwendig ist.
Entscheidend ist die Funktion. Die reale Marke, die Produkte und die visuelle Identität bleiben die Grundlage. KI ergänzt den Kontext oder hilft dabei, neue Ideen sichtbar zu machen.
Was macht Wayfair mit KI-generierten Wohnwelten?
Wayfair verfolgt einen anderen Ansatz. Mit Muse hat das Unternehmen eine Inspirationsplattform aufgebaut, auf der KI-generierte Wohnwelten mit realen Produkten aus dem Sortiment verbunden werden.
Nutzerinnen und Nutzer sehen zuerst eine vollständig inszenierte Raumidee. Anschliessend schlägt Wayfair passende Produkte aus dem eigenen Katalog vor, die zu diesem Stil passen.
Für einen grossen Marktplatz ist dieser Einsatz logisch. Wayfair verwaltet ein sehr breites Sortiment und benötigt kontinuierlich neue visuelle Einstiege in den Shop. KI hilft dabei, Inspiration in grosser Menge zu erzeugen.
Für Hersteller und spezialisierte Anbieter ist die Ausgangslage anders. Ein Möbelhersteller, Küchenstudio oder Innenausbauer kann seine tatsächlichen Produkte und Projekte fotografieren und damit eine eigene visuelle Welt schaffen. Gerade bei hochwertigen Angeboten kann diese Authentizität deutlich mehr Vertrauen aufbauen als eine künstlich erzeugte Szene.
Wie werden KI-Bilder bei der Raumplanung eingesetzt?
Ein weiterer Einsatzbereich sind digitale Raumvisualisierungen. Unternehmen wie Lowe’s nutzen KI, damit Kundinnen und Kunden auf Basis eines bestehenden Raumes verschiedene Ideen für eine mögliche Neugestaltung sehen können.
Gerade bei Küchen, Bädern oder Renovationen kann das in einer frühen Phase hilfreich sein. Eine Person bekommt schneller ein Gefühl dafür, wie eine andere Stilrichtung oder Raumwirkung aussehen könnte.
Solche Bilder eignen sich jedoch vor allem als Visualisierung. Sie sollten nicht mit einer exakten Produktdarstellung verwechselt werden. Materialien, Fronten, Arbeitsplatten, Beschläge oder Oberflächen müssen später so gezeigt werden, wie sie tatsächlich aussehen.
Für spezialisierte Anbieter ist deshalb eine klare Trennung sinnvoll. KI kann bei der Ideenfindung oder Beratung unterstützen. Für Website, Referenzen und hochwertige Markenkommunikation sollten reale Produkte und umgesetzte Projekte sichtbar bleiben.
Warum Fotografie für Marken wertvoll bleibt
Professionelle Fotografie zeigt etwas, das generative KI nicht ersetzen kann. Realität.
Ein echtes Foto dokumentiert die tatsächliche Farbe eines Materials, die Struktur einer Oberfläche, die Verarbeitung eines Details und die Wirkung eines Produktes im Raum. Gleichzeitig beweist es, dass das gezeigte Produkt oder Projekt wirklich existiert.
Für Unternehmen aus Möbel, Einrichtung, Küchenbau, Innenausbau und Renovation entstehen daraus mehrere klare Vorteile.
- Mehr Vertrauen Kundinnen und Kunden sehen reale Produkte und echte Projekte.
- Eigene Bildwelt Professionell geplante Fotos gehören zur Marke und sind nicht austauschbar.
- Realistische Materialien Holz, Stein, Stoff, Metall und andere Oberflächen werden so gezeigt, wie sie tatsächlich wirken.
- Stärkere Referenzen Umgesetzte Projekte werden zu sichtbaren Belegen für Erfahrung und Qualität.
- Wiedererkennbare Marke Licht, Perspektive, Styling und Bildsprache lassen sich gezielt auf das Corporate Design abstimmen.
- Vielseitige Nutzung Gute Bilder funktionieren auf Website, Social Media, Broschüren, Kampagnen und weiteren Kanälen.
Gerade bei hochwertigen Produkten kann eine zu perfekte KI-Szene sogar einen Nachteil haben. Wenn nicht mehr klar ist, was real ist und was künstlich erzeugt wurde, kann Vertrauen verloren gehen.
Wo kann KI trotzdem sinnvoll unterstützen?
KI muss deshalb nicht vollständig aus dem visuellen Prozess ausgeschlossen werden. Sie kann sinnvoll unterstützen, solange sie nicht die Realität eines Produktes oder Projektes ersetzt.
Mögliche Einsatzbereiche sind frühe Moodboards, Storyboards, Kampagnenideen oder interne Konzeptvisualisierungen. Auch vor einem Fotoshooting kann KI helfen, verschiedene Setups, Perspektiven oder Dekorationsideen schneller zu vergleichen.
Der entscheidende Punkt ist die Rolle der Technologie. KI unterstützt bei der Ideenfindung. Das finale Marketing basiert auf realen Produkten, echten Projekten und professionell aufgenommenem Bildmaterial.
Für eine langfristig starke Marke ist das meist die bessere Grundlage. Effizienz ist wichtig. Glaubwürdigkeit und Wiedererkennbarkeit sind jedoch langfristig wertvoller.
Fazit
IKEA, Wayfair und weitere internationale Marken zeigen, dass KI-generierte Bilder im Marketing längst praktisch eingesetzt werden. Besonders interessant sind Anwendungen für Zukunftsszenarien, Inspiration, Varianten und frühe Raumvisualisierungen.
Für Unternehmen mit eigenen Produkten, Materialien und realisierten Projekten ist das jedoch kein Grund, professionelle Fotografie zu ersetzen.
Gerade in Bereichen wie Möbel, Küchen, Innenausbau und Renovation entscheidet Vertrauen. Kundinnen und Kunden möchten sehen, wie Qualität tatsächlich aussieht. Professionelle Fotos schaffen diesen Beweis und gleichzeitig eine Bildwelt, die eng mit der eigenen Marke verbunden ist.
KI kann den kreativen Prozess ergänzen. Die stärkste Grundlage für die öffentliche Markenkommunikation bleiben jedoch Bilder von dem, was ein Unternehmen wirklich herstellt, verkauft oder umsetzt.



